Faszinierende Perlenarten inspirieren Juweliere und die Modewelt seit jeher auf der ganzen Welt.

Perlenarten – tropische Naturschönheiten

Herkunft, Farbenreichtum und Perlen-Qualität
Von der strahlend weissen Südsee-Perle bis zur tiefgrünen Tahiti-Perle – die Schätze der Unterwasserwelt faszinieren mit ihrer Schönheit und Vielfalt. Perlen sind seit jeher Klassiker der Modewelt, die Juweliere wie Bucherer immer wieder neu interpretieren. Lernen Sie die wichtigsten Perlenarten kennen und erfahren Sie, nach welchen Kriterien unsere Experten die Perlen-Qualität beurteilen.

Perlenarten – eine Laune der Natur

Alle Perlenarten haben eines gemeinsam: Sie werden von einer Muschel oder einer Meeresschnecke hervorgebracht.

Die Muschel als Mutter der Perle

Die Mutter der Perle ist die Muschel. In einigen Fällen sind es sogar seltene Meeresschnecken. Werden diese sensiblen Lebewesen zum Beispiel durch ein anderes Tier gestört, kommt es in seltenen Fällen vor, dass sie allmählich eine Perle bilden. Nach der Entdeckung dieses Naturphänomens versuchte der Mensch, diesen Vorgang selbst in Gang zu setzen, indem er die Muschel absichtlich irritierte. So gelang es vor ungefähr 100 Jahren zum ersten Mal, eine Perle – die sogenannte Kulturperle – zu züchten. Seitdem werden ganz unterschiedliche Perlenarten erfolgreich kultiviert.

Perlenzucht in der Nähe des Äquators

Perlenfarmer züchten heute die verschiedensten Perlensorten in äquatornahen Gebieten. Dabei halten sie die Muscheln in ihrem natürlichen Lebensraum in den küstennahen Gewässern. Da die empfindlichen Tiere auf die kleinste Veränderung ihrer Umwelt reagieren, hat der Schutz ihres Lebensraums allerhöchste Priorität für jeden Perlenfarmer. So entstanden an vielen Orten kleine Naturreservate, die nicht nur der Perlenzucht, sondern auch dem Erhalt der Natur und der Artenvielfalt dienen.

Natürliche Farbenvielfalt verschiedener Perlenarten

Die Muschelarten bestimmen die Farben von Perlen, die von zart-weiss und rosa bis dunkelgrün und schwarz reichen.

Perlenarten in unzähligen Farbnuancen

Die spezifische Farbe einer Perlenart hängt von der Muschel ab, von der sie stammt. Die silbergrauen bis schwarzen oder auch dunkelgrauen und grünen Tahiti-Perlen kommen aus Französisch-Polynesien. Südsee-Perlen werden in Indonesien, Australien und auf den Philippinen gezüchtet. Sie changieren von strahlend weiss über cremefarbe bis zu intensiv goldenen Farbtönen. Die Farben der Süsswasser-Perlen reichen von Weiss über Rosa bis zu einem intensiven Violett.
Die Südsee-Perlen sind eine besonders seltene Perlenart, die durch ihre Grösse und ihren samtenen Glanz bestechen.

Seltene Südsee-Perlen von stattlicher Grösse

Südsee-Perlen – seltene Schönheiten

Zu den edelsten Perlenarten aus der Zucht gehören die Südsee-Perlen. Sie werden auch «Königinnen der Perlen» genannt, da sie besonders gross, rar und beeindruckend schön sind. Manche von ihnen erreichen einen Durchmesser von bis zu 20 mm, in seltenen Fällen sogar darüber hinaus. Helle Südsee-Kulturperlen stammen aus der Pinctada maxima, einer der grössten bekannten Austernarten.

Perlenarten von seidigem Glanz

In dieser tropischen Muschel mit einem Durchmesser von bis zu 25 cm und einem Gewicht von bis zu 5 kg entstehen wertvolle Kulturperlen. Die seltenen Kostbarkeiten haben einen weichen, samtenen Glanz, der sie auf besonders sanfte Weise erstrahlen lässt. Die Farbpalette der in der Auster Pinctada maxima gewachsenen Perlen reicht von Silberweiss über Creme bis Golden. Sie werden an den Küsten des Indischen und des Pazifischen Ozeans kultiviert.

Durch Kreuzung und Isolierung verschiedener Austernarten entstehen immer wieder neue Perlenarten wie die wundervollen Golden Pearls.

Perlenarten aus der Südsee: Die kostbaren Golden Pearls

Golden Pearls

Perlenzüchter versuchen immer wieder, Perlenarten in neuen Farbtönen zu kultivieren. Dies erreichen sie, indem sie verschiedene Austernarten kreuzen oder gezielt isolieren. So sind bereits seit den späten 1970er- Jahren goldfarbene Perlen aus der Südsee auf dem Markt. In den letzten zehn Jahren haben die sehr intensiv gold- bis leicht orange-getönten Perlen einen wahren Siegeszug von den Philippinen aus angetreten. Neben den weissen Südsee-Perlen und den schwarzen Schönheiten aus Tahiti sind sie aus dem festen Perlen-Standardsortiment nicht mehr wegzudenken.

Perlensorte «Vanilla Overtone» von Bucherer

Bucherer präsentiert in seinem Schmucksortiment auch die Golden Pearls «Vanilla Overtone». Die Perlensorte ist das Resultat jahrelanger Versuche, eine Unterart der goldlippigen Pinctada maxima von anderen Arten abzusondern. Der Farbton zeichnet sich durch eine etwas heller leuchtende Goldfarbe aus. Er passt sich deshalb hervorragend an den nicht so sonnenverwöhnten europäischen Hautton an. Noch gibt es nur wenige Züchter im Süden Indonesiens, denen es gelungen ist, Perlenarten in diesem seltenen Farbton zu kultivieren.

Der schwarzlippigen Perlauster Pinctada margaritifera verdankt diese Perlart ihre dunkle Farbe.

Perlenarten aus Tahiti und Fidschi

Perlenarten aus Tahiti und Fidschi

Die kultivierten Südsee-Perlen mit dunkler Farbe nennt man auch Tahiti-Kulturperlen. Sie werden ausschliesslich in den türkisfarbenen Lagunen und Atollen rund um Französisch-Polynesien gezüchtet. Diese seltenen Perlensorten haben einen Durchmesser von etwa 8 bis 16 mm. Sie stammen aus der schwarzlippigen Perlauster Pinctada margaritifera. Neben ihrer Grösse sind die geheimnisvollen Farbtöne das bezauberndste Merkmal der Tahiti-Perlen. Das schillernde Farbenspiel reicht von hellem Silbergrau bis Dunkelgrün, von edlem Anthrazit bis Tiefschwarz.

Fidschi-Perlen entstehen ebenfalls in der schwarzlippigen Auster und gedeihen in den völlig unberührten Gewässern rund um die Insel Vanua Levu im Norden Fidschis. Dort werden sie nur in sehr kleinen Mengen gezüchtet. Fidschi-Kulturperlen schillern in allen erdenklichen Farbnuancen – von pastellfarbenem Pistaziengrün bis hin zu Ozeanblau. Man könnte meinen, dass diese Perlenart die üppige Vegetation des Südseeparadieses reflektiert, aus dem sie stammt.
Besonders mit ihrem strahlenden Glanz bestechen die Akoya-Perlen, die in guter Qualität eine absolute Rarität und hoch begehrt sind.

Klassiker unter den Perlenarten: Die begehrten Akoya-Perlen aus Japan

Akoya-Perlen – unerreichter Glanz

Akoya-gai nennen die Japaner die Auster Pinctada martensii. Vor etwas mehr als 100 Jahren gingen daraus die ersten Kulturperlen überhaupt hervor. Die Akoya-Perle sticht unter allen kultivierten Perlenarten besonders durch ihren faszinierenden Glanz hervor – dem Qualitätskriterium, das von Perlenexperten am höchsten bewertet wird. Deshalb gehören die Preziosen seit ihrem Erscheinen auf dem Weltmarkt im Jahr 1921 zu den begehrtesten Kulturperlen.

Akoya-Perlen bei Bucherer

Die Perlensorte Akoya gilt als die femininste und klassischste ihrer Art. Heute sind Akoya-Perlen in den Grössen von zirka 6 bis 10 mm Durchmesser erhältlich. Ketten mit einem Perlendurchmesser von 9,5 bis 10 mm in guter Qualität gelten als Rarität. Die besten aller Akoya-Kulturperlen, die auch den hohen Qualitätsansprüchen der Firma Bucherer genügen, stammen nach wie vor aus Japan.

Die kernlose Perlart Cumingii wird als Süsswasser-Perle in China gezüchtet und ist bekannt für ihren Farben- und Formenreichtum.

Süsswasser-Perlen Cumingii aus China

Süsswasser-Perlen Cumingii – enorme Vielfalt

Im Gegensatz zu den Akoya- und Südsee-Kulturperlen aus dem Salzwasser, die immer einen festen Perlmuttkern besitzen, sind Süsswasser-Perlenarten meist kernlos. Dazu gehören auch die Cumingii-Perlen. Sie werden von der Muschel Hyriopsis cumingii oder aus einer Kreuzung mit der Muschel Hyriopsis schlegeli hervorgebracht. Diese Muschelart ist wesentlich grösser als die Akoya-Auster und fähig, mehrere Perlen auf einmal zu bilden. Die Kulturen befinden sich heute mit wenigen Ausnahmen fast alle im südlichen China.

Cumingii-Kulturperlen sind vor allem für ihre ausserordentliche Formen- und Farbenvielfalt bekannt. Aus diesem Grund und wegen ihrer attraktiven Preise haben sie den Perlen generell zu einem neuen, jungen und femininen Image verholfen. 
 

Perlen-Qualität – die Kriterien

Grösse, Oberflächenbeschaffenheit, Lüster (Glanz), Form und Farbe: Das Zusammenspiel dieser fünf Faktoren bestimmt die Qualität und damit den Wert einer Perle. Nur die besten Kulturperlen erfüllen die hohen Qualitätsansprüche von Bucherer. Unsere Experten beurteilen daher die Perlen nach diesen Kriterien und auf der Grundlage ihrer Expertise, ihrer Erfahrung sowie ihrem sicheren Gespür für das Besondere.

Um Ihnen die Wahl der richtigen Perlen zu vereinfachen und die höchste Qualität zu garantieren, hat Bucherer im Jahr 2000 als erster Juwelier weltweit ein Perlenzertifikat eingeführt. Darin werden die einzelnen Qualitätskriterien vom Fachmann detailliert beschrieben und für Sie ausgewiesen.

Die Grösse

Die Qualität einer Perle hängt unter anderem von ihrer Grösse ab. Je nach Art variiert die Grösse einer Perle zwischen etwa 3 bis 18 mm Durchmesser und in sehr seltenen Fällen sogar darüber hinaus. Wert und Seltenheit einer Perle steigen mit ihrer Grösse.

Der Glanz (Lüster)

Der Glanz, auch Lüster genannt, ist der wichtigste Faktor bei der Bewertung der Perle. Er hängt von der Beschichtung und der Qualität der Perlenoberfläche ab. Je höher der Lüster, desto stärker ist der irisierende Schimmer einer Perle.

Feinste Qualität

  • höchste Klarheit, optimale Lichtbrechung, klare Reflexion

Sehr feine Qualität, exzellent

  • sehr gute Lichtbrechung, mit guter Reflexion

Feine Qualität, gut

  • gute Lichtbrechung und Reflexion

Kommerzielle Qualität matt

  • eventuell dünne Beschichtung mit «milchiger» (schwacher) Lichtbrechung und Reflexion
Von besonders hoher Qualität ist eine perfekt geformte runde Perle.

Unterschiedliche Formen von Perlen

Die Form

Perlen werden in verschiedene Formen eingeteilt: rund, fast rund, tropfen- birnen- oder knopfenförmig, barock oder gerillt. Am begehrtesten und kostbarsten sind perfekt runde Perlen. Doch auch ausgewogene barocke Formen werden immer beliebter.

Die Reinheit der Oberfläche

Auch die Reinheit der Oberfläche sagt etwas über die Qualität einer Perle aus. Sie wird anhand der vorhandenen natürlichen Wachstumsmerkmale gemessen. Die Oberflächenbeschaffenheit einer Perle sollte möglichst glatt und fliessend sein. Je kleiner die Zahl der natürlichen Wachstumsmerkmale, desto wertvoller die Perle.

Da es sich bei einer Perle um ein Naturprodukt handelt, entspricht die Oberflächenbeschaffenheit nicht immer den Idealvorstellungen. Die Haut einer Perle kann eine komplett glatte bis grobe Körnung aufweisen.
Spot Level 1: Bump
  • Keine Einschlüsse oder mind. 80 % der Oberfläche ist rein, d. h. ohne jegliche Vernarbungen oder Einschlüsse, Rest nur sehr kleine Spots

Spot Level 2: Chip 

  • Mind. 60 % der Oberfläche ist rein, d. h. ohne jegliche Vernarbungen oder Einschlüsse, Rest nur sehr kleine Spots

Spot Level 3: Scratch 

  • Die Oberfläche hat wenige Fehler, d. h. leichte, schwache Spots (nicht tief) sind auf der Oberfläche verteilt

Spot Level 4: Wrinkle 

  • Die Oberfläche hat viele gut sichtbare Einschlüsse, d. h. tiefere und sichtbarere Spots sind auf der ganzen Oberfläche verteilt
Aus der Farbe und Lichtreflexion einer Perle ergeben sich unzählige Kombinationen – je seltener die Kombination, umso wertvoller die Perle.

Perlen-Qualität: Das Zusammenspiel aus Körperfarbe und Farbe der Lichtreflexion

Die Farbe

Bei der Farbe wird zwischen der eigentlichen Körperfarbe (Body Color) und der Farbe der Lichtreflexion an der Oberfläche (Overtone) unterschieden. Diese beiden Farbtöne können sowohl identisch als auch komplett unterschiedlich sein. So wird zum Beispiel eine Perle mit grau-grüner Grundtönung und einer intensiv irisierenden Lichtreflexion in einer anderen Farbe als Peacock-Perle (Pfauenauge) bezeichnet. Solche Lichtreflexionen treten aber auch bei anderen Perlen auf. Bei der Peacock-Perle aus Französisch-Polynesien ist die «Zweifarbigkeit» allerdings am einfachsten und besten ersichtlich.

Unzählige Kombinationen von Farbe und Lichtreflexion

Jede Perle besitzt also eine individuelle Kombination von Farbe und Lichtreflexion. Da es sich bei der Farbe um ein beschreibendes Merkmal handelt, ist die Vielfalt von Bezeichnungen fast unbegrenzt. Der Preis hängt deshalb auch von der Beliebtheit und der Seltenheit der jeweiligen Farbkombination ab. Bei der Wahl der richtigen Farbe kommt es übrigens auf den Hautton und den persönlichen Geschmack der Trägerin an.

Erfahren Sie noch mehr über die Schätze der Unterwasserwelt in unserer Bucherer-Perlenbroschüre (PDF).